Freie Wähler drängen auf tragfähige Lösung für neues Tierheim – Finanzierungs- und Trägerstruktur soll Ausweg bieten

Die Kreistagsfraktion der Freien Wähler hat einen umfassenden Antrag zur Zukunft des Tierheims Wetterau eingebracht. Ziel ist die Gründung einer interkommunalen Trägerstruktur, die den dringend notwendigen Neubau auf eine langfristig verlässliche, rechtssichere und für alle Kommunen tragbare Grundlage stellt. Hintergrund sind Investitionskosten in einer Größenordnung von rund neun Millionen Euro, die nach Auffassung der Antragsteller mit einmaligen Umlagen viele Städte und Gemeinden überfordern würden.

Dabei machen die Freien Wähler deutlich, dass sie die finanzielle Situation der Kommunen ausdrücklich sehen und ernst nehmen. Die Haushaltslage habe sich in den vergangenen Jahren spürbar verschärft; steigende Pflichtausgaben, begrenzte Einnahmen und wachsende Unsicherheiten in der Finanzplanung führten dazu, dass sich mittlerweile nahezu alle Städte und Gemeinden in einer sehr prekären Lage befänden. Vor diesem Hintergrund sei es nachvollziehbar, dass hohe Einmalzahlungen bei vielen Kommunen an die Grenzen des Leistbaren stoßen oder diese bereits überschreiten.

Herbert Weber betont für die Fraktion der Freien Wähler: „Wir wissen, wie angespannt die finanzielle Situation in den Kommunen inzwischen ist. Fast alle Städte und Gemeinden stehen unter enormem Druck. Gerade deshalb brauchen wir eine Lösung, die niemanden überfordert und trotzdem unserer gemeinsamen Verantwortung für das Tierheim gerecht wird. Bei allen Finanzierungs- und Strukturfragen dürfe jedoch nicht vergessen werden, worum es im Kern gehe: um den Schutz und die Versorgung von Tieren, die auf Hilfe angewiesen sind. Das Tierheim sei kein abstraktes Bauprojekt, sondern ein Zufluchtsort für verlassene, verletzte oder beschlagnahmte Tiere. Jede Verzögerung treffe am Ende diejenigen, die keine Stimme haben.“

Kern des Vorschlags ist die Bündelung der Verantwortung in einer gemeinsamen Trägerstruktur – bevorzugt in Form eines Zweckverbandes. Damit soll die Aufgabe dauerhaft in öffentlicher Hand bleiben und zugleich Planungssicherheit für alle Beteiligten geschaffen werden. Die Finanzierung des Neubaus soll über ein langfristiges Darlehen mit Laufzeiten von bis zu 30 Jahren erfolgen. So würden die Kosten zeitlich gestreckt und als kalkulierbare Jahresbeträge ausgestaltet, die auch unter schwierigen Haushaltsbedingungen tragbar blieben.
Aus Sicht der Freien Wähler ist dieser Ansatz ein Ausdruck gelebter interkommunaler Solidarität. Zugleich appellieren sie an den Wetteraukreis, eine stärkere koordinierende Rolle zu übernehmen, um ein Auseinanderdriften der Kommunen zu verhindern. Der Neubau des Tierheims sei nicht nur eine bauliche, sondern auch eine politische Aufgabe – und damit ein Prüfstein dafür, ob gemeinsames Handeln selbst in finanziell rauer werdenden Zeiten noch gelingt.

Antrag Tierheim Wetterau: Gründung einer interkommunalen Trägerstruktur als PDF