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Die Freien Wähler im Kreistag des Wetteraukreises fordern einen unverzüglichen Rettungsplan zum Erhalt des Krankenhauses in Büdingen. Daran sollen sich nach Vorstellungen der Freien Wähler das Land Hessen, der Wetteraukreis, die Stadt Büdingen und der Betreiber des Krankenhauses Bergman-Clinics beteiligen. Die Entscheidung zur Schließung der stationären Abteilungen müsse unverzüglich zurückgenommen werden. Sie bedroht unmittelbar die Gesundheit und Notfallversorgung der Bürger, nicht nur in Büdingen, sondern in weiten Teilen Oberhessens.  Der Fraktionsvorsitzende Erich Spamer und sein Fraktionskollege Herbert Weber machen deutlich: „Wir haben keinerlei Verständnis für die Pläne und erwarten von der Hessischen Landesregierung, dass sie unverzüglich ihre Genehmigung zur Teilbetriebsschließung zurücknimmt und Bergman sein Vorhaben zur Umstrukturierung der Klinik „auf Eis legt“. Dies beinhaltet auch, dass Bergman auf Kündigungen der Mitarbeiter verzichtet, um einer einvernehmlichen Lösung nicht vorzugreifen.“  In einem zweiten Schritt müsse es Gespräche zur nachhaltigen Rettung, den Weiterbetrieb und Ausbau des Mathilden Hospitals geben. Die Freien Wähler machen sich für eine Regelversorgung im Krankenhaus Büdingen auf dem bisherigen Niveau mit den Fachabteilungen Chirurgie, der Inneren Medizin, der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, der stationären Intensivversorgung und eine durchgehend besetzte Notaufnahme mit der notwendigen Hintergrundvorhaltung stark. „Wir sehen das Land Hessen in einer besonderen Verantwortung. Die mit Steuergeldern stark geförderten Millioneninvestitionen der letzten Jahre in das Mathildenhospital darf die Landesregierung nicht sehenden Auges verbrennen lassen. Hessen ist letztendlich für die medizinische Daseinsvorsorge verantwortlich. Deshalb muss die Landesregierung wesentlichen Maßnahmen zustimmen, bevor Fakten geschaffen werden können.“, schildert Erich Spamer und verweist auf den aktuellen Koalitionsvertrag der hessischen Landesregierung aus CDU und SPD. Dort heißt es: „Wir wollen gut ausgebildete Fachärztinnen und Fachärzte, Pflegekräfte und Kliniken vor Ort, insbesondere auch im ländlichen Raum.“ Genau um jenen ländlichen Raum in der Region der östlichen Wetterau gehe es im Fall des Mathilden Hospitals in Büdingen“, betont Herbert Weber. „Wir hoffen, dass sich die beiden Koalitionspartner an ihre Ziele und Verabredungen erinnern und es nicht nur leere Worthülsen sind. Der ländliche Raum um Büdingen dürfe nicht zur Gesundheitsregion 2. Klasse mit großen Entfernungen zum nächsten Krankenhaus und zur Notfallversorgung werden.“

An anderen Stellen zeige sich bereits, dass die notwendige medizinische Grundversorgung der Bevölkerung durch Krankenhausschließungen stark beeinträchtigt werden. Stationäre Kapazitäten gingen verloren, die Versorgung vor Ort krankt an unzureichenden Ersatzlösungen. Nur die allerwenigsten Versprechen von Trägern und politischen Verantwortlichen wurden eingelöst. Das ist eine niederschmetternde Bilanz und sollte uns im Blick auf die geplanten Umstrukturierungen in Büdingen eine deutliche Warnung sein. Oft werde in dieser Hinsicht auf „Ambulantisierung“ der stationären Leistungen hingewiesen. In Büdingen wird dies auch bereits als Argument angeführt. Dies sei jedoch eine Mogelpackung, denn ambulante Lösungen stellen bei der Schließung von Krankenhausstandorten eine „Ersatzversorgung“ der betroffenen Bevölkerung in Aussicht, deren Umsetzung in den allermeisten Fällen scheitert oder sukzessive abgebaut wird. Dieser Entwicklung müsse sich auch der Wetteraukreis und seine politischen Gremien mit klaren Worten entgegenstellen. Wie bereits Büdingen, sollte auch der Wetteraukreis juristische Schritte zum Erhalt der Klinik prüfen. Wir halten eine verpflichtende Einbindung des Landkreises für zwingend erforderlich. Auch der Landkreis Wetterau stehe mit Blick auf den Rettungsdienst und die Gesundheitsversorgung der Menschen in einer besonderen Verantwortung. „Wenn die Wege weiter werden, dann sind Rettungswagen länger unterwegs und können keine neuen Einsätze fahren. Das Rettungswagensystem ist auf eine solch kurzfristige Klinikschließung in keiner Weise vorbereitet, in Folge kann das Menschenleben kosten. Dazu darf es nicht kommen“, so Spamer und Weber abschließend.

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